"Tantra bedeutet für mich, ein lustvolles und genussreiches Leben zu führen. Auf allen Gebieten des Lebens."



Das hört sich einfach und nett an. Die Umsetzung in unserer Gesellschaft und unserer Zeit wo Arbeit, Produktivität und Beschäftigt-Sein einen sehr hohen Stellenwert haben ist nicht leicht, aber es ist möglich.

Vor fünf Jahren besuchte ich ein „harmloses“ Tantra-Massageseminar und wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ich den ersten Schritt gemacht hatte um mein Leben komplett zu verändern. Die Massagetechnik faszinierte mich vom ersten Augenblick an. Berühren und Berührt-Werden waren die Zauberworte des Seminars und mir wurde klar, wie wenig Berührung unsere Gesellschaft gestattet und wie hungrig ich selber danach war. Dabei fehlte es mir in meinem Leben nicht an Streicheleinheiten. Es war die Aufmerksamkeit für jeden (und damit meine ich JEDEN) Körperteil der diese Massage von anderen Techniken unterschied. Und damit – unter Umgehung des Intellektes – neben dem tiefgehenden Wohlbefinden zu einem Gefühl des Angenommenseins führte was sich schwer in Worte fassen läßt, und in meinem speziellen Fall mein Urvertrauen wiederherstellte.

Am Ende des Seminars stellte ich zwei Dinge fest. Viele meiner bis dahin zu mir gehörenden Ängste waren wie weg geblasen und meine Hände hatten nur einen Wunsch: auch so zu massieren! Nach einem weiteren Seminar fühlte ich mich fit genug und begann in einem Tantra-Institut Massagen zu geben. Und auch hier stellte ich zwei Dinge fest: Die Männer waren angetan nach der Überwindung einer gewissen Anfangsscheu und kamen oft wieder und die Frauen: erschienen erst gar nicht. In der gesamten Zeit kamen auf etwa 100 massierte Männer ganze zwei Frauen. Ich durfte meine Fähigkeiten an meinen Kolleginnen ausprobieren und stellte fest, dass sie die Massage genauso genossen und brauchten wie die Männer, aber dass die Überwindung dafür Geld auszugeben viel größer war. Männer wachsen einfach mit dem Wissen auf, dass sie auch die Möglichkeit haben Lust im Tausch gegen Geld zu erlangen. Für Frauen ist diese Sichtweise völlig fremd. Eher kauft man sich als Frau etwas Schönes zum Anziehen als über eine Massage nachzudenken. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten um Tantramassagen ins rechte Licht zu rücken.

Ich schrieb oben, dass sich mein Leben sehr stark verändert hat seit dem Tantra-Seminar. Sicherlich war dieses Seminar nur ein Mosaikstein auf meinem Weg, aber ein wichtiger. Denn er hat mich gelehrt, dass die Erlangung von Lebenslust ein Ziel für sich sein kann. Vom Workaholic habe ich mich zu einer Frau entwickelt, die ausgedehnte Reisen unternimmt, mit Leidenschaft Tango tanzt, ihren Spaß am Schreiben wieder entdeckt hat und es wagt, immer mehr Gedankenbarrieren abzubauen und nichts mehr für unmöglich zu halten. Ich fühle mich schöner als mit 20, mutiger als mit 30 und lebendiger als mit Anfang 40 und lebe in einer Partnerschaft die mich von Grund auf beglückt.

Ich freue mich darauf, einen Teil dieser Erfahrung mit der Massage an Dich weiter geben zu können.